Vintage Lautsprecher mit Saba Blackcones nach Dr.Götz Wilimzig

Vintage Lautsprecher Bauart Wilimzig mit Saba Blackcones

Der Autor dieser Zeilen war nicht schlecht erstaunt über die unerwartet hohe Klangqualität die aus diesen alten Vintagelautsprecher der Gehäusebauart Wilimzig bestückt mit jeweils einem Saba Blackcones 20 cm Tief-Mitteltöner  und einem 10 cm Hochtöner nur getrennt durch einen Kondensator mit 2,2 Microfaraday Kapazität. Große Verwunderung und Staunen kennzeicheneten den Moment an dem der Autor diese Laustprecherkonstruktion das erste mal zu Ohren bekam! Hatten besagte Lautsprecher gegenüber heutigen gebräuchlichen „modernen“ Modellen nicht einen eingeschränkten Frequenzbereich der zu mindestens auf dem Frequenzgangschrieb erst mal  weniger gut oder „high endig erschien?

Der Klang

Der Klang der aus diesen Lautsprechern verströmte war einfach nur Musik. Nennenswerte Verfärbung Fehlanzeige, Breiten- und Tiefenstaffelung vorhanden. Er spielte absolut langzeittauglich und völlig unauffällig die ihm zugreichte Musik natürlich und stressfrei ab. Aufgrund seiner Konstruktion sind natürlich keine Tiefbassorgien zu erwarten aber auch nicht jede Platte hält selbst redend eine solche für uns bereit. Zudem sei bemerkt das die allermeisten raumakustisch unbehandelten Wohnräume für eine wirklich saubere und lineare Wiedergabe des Tieftonbereiches  meist auch nicht wirklich gut geeignet sind und die Wiedergabe -sofern auf der Aufnahme auch vorhanden- von tieffrequenten Tonmaterial  dann zu weiteren klangtechnischen Wiedergabeproblemen führt. Ohne eine hinreichende Linearisierung des Raumes oder durch eine digitale Entzerrung auf den Hörplatz mittels DSP Technik lässt sich dann kaum auf Dauer die vollständige Zufriedenheit des Hörers (wieder)herstellen. Die Stärke der Wilimzig-Konstruktion ist handgemachte und gut aufgenommene Musik aus Jazz und Klassik und auch sehr viele Rocktitel lassen sich auf ihm sehr gut hören. Diese Konstruktion zeichnet sich durch einen enorm guten Wirkungsgrad aus und bereits mit 0,25-0,5 Watt wird der Raum komplett mit Musik ausgefüllt! Der Autor verwendete einen digitalen Class D-Verstärker (SMSL SA-98E) dessen Ruhestromaufnahme sich ganze 2,5 Watt aus dem Netz genehmigte. Bei zimmerbefüllender Lautstärke schwankte die Leistungsaufnahme dieses Amps zwischen 2,5 und 3 Watt und bei extremen Passagen auch mal kurzzeitig bis 4 Watt. Über 40 Jahre alte Breitbandtechnik gepaart mit modernster Class-D Digitaltechnik mutiert so zu einem rekordverdächtigen Energiesparwunder der Neuzeit! Die klanglichen Leistungen bereits dieser Kombination ließen beim Autor viele Fragen zurück in wie weit die Technik insbesondere für die Heimtonwiedergabe gemeinhin als HIFI bezeichnet sich in den letzten 40-50 Jahren überhaupt weiterentwickelt haben und in welche Richtung….. Vieles auch zuweilen sehr teures aus dem Segment konnte am Ende in der Summe der Wiedergabeeigenschaften nicht mit dieser „alten Technik“ wirklich mithalten…..

Erst Lautsprecher vom Schlage einer Klein und Hummel O 410, ME Geithain 901 oder KS Digital ADM 10 zeigten dann deutlich das Musikwiedergabe noch besser geht. Aber der Vergleich würde zugegebenermaßen „hinken“. Die Wilimzigkonstruktion ist ein Design für die gepflegte Heimtonwiedergabe während es sich bei den genannten Vergleichslautsprechern um „ernsthafte“ Studiomonitore/Arbeitsgeräte der höchsten Qualitätskategorie handelt die zudem in der Anschaffung auch mehr wie ein Ei mit Butterbrot kosten. Trotzdem bereitete es dem Autor immer wieder eine Freunde gelegentlich einfach nur locker Musik über die Wilimzigkonstruktion zu hören. Das was dieser Lautsprecher kann und macht das macht er wirklich zufriedenstellend und überzeugend für den häuslichen Musikgenuß. Beim Abhören alter Monoaufnahmen ist es zwar weniger gut möglich die Breite des Monofensters förmlich mit dem Zentimetermaß in einzelnen Zentimetereinheiten auszumessen, wie es über hervorragene Studiomonitore jederzeit ohne Probleme möglich ist, aber trotzdem weiss das klangliche Resultat unter der Rubrik „privates Hörvergnügen“ zu überzeugen. Viel schlimmer oder wirklich störend wäre es wenn ein Lautsprecher bei der Wiedergabe nenneswerte tonale Verfärbungen oder zu große Unlinearitäten besonders in dem fürs menschliche Ohr empfindlichsten Bereich zwischen 1-4 kHz zeigen würde. In den Tagen und Wochen in der der Autor bislang immer wieder vergleichend auf die Wilimzig-Lautsprecherkonstruktion umschaltete blitzte dem Autor dabei immer wieder die Feststellung des bekannten Lautsprecherentwicklers Paul Klipsch durch den Kopf der einmal sagte: „We live in the midrange“.

Die Verstärkerfrage

Der Autor dieser Zeilen hält es für ein Gerücht das derartige Lautsprecher „zwingend“ einem Röhrenverstärker als Antrieb benötigen würden wie an vielen Stellen immer wieder behauptet. Man könnte -aber auch aus klangtechnischer Sicht muss man es wirklich nicht! Ratsam ist lediglich ein Verstärker und ein Quellengerät das sauber und linear geradeaus spielt an diesen Lautsprechern einzusetzen. Der Konstrukteur dieses Lautsprechers machte seinerzeit unter den Röhrenverstärkern herausragende Erfahrungen mit einem V 73 Kommando-Lautsprecherverstärker aus ehemaligen Rundfunkbeständen. Ein Gerät welches mit allen Schaltungsvorurteilen der Hifiszene bricht und trotzdem in seinem Ausgangsleistungsbereich qualitativ seine Gleichen sucht…. Diese Kommandoverstärker verfügten seinerzeit über eine Ausgangsleistung von 4 Watt welches für dieses hochempfindliche Lautsprecherdesign schon mehr als genug bedeutet.Entwicklt wurde der V73 seinerzeit von der Zentraltechnik des NWDR für die ARD. Die Betriebseinführung war 1955 und die Fertigung des  vollsymmetrischen Gegentakt-Verstärker  reichte bis in die 60er Jahre hinein.In diesem Profiverstärker war technisch alles verwirklicht was der sogenannten“audiophilen“ Röhrenlehre klar wiederspricht. Pentodenschaltung, Gegentakt, ultrascharfe Gegenkoppelung, Elkos im Signalweg und Seelengleichrichter…..Gegen diesen kleinen schweren grauen Block versagt fast alles was kommerziell als Triodenverstärker erhältlich ist. Besagter Verstärker stellt ohne Frage und Zweifel und ganz anders als manche kommerziellen vermeintlich „audiophil-hifidelen“ Nachfolger der 1980er bis 2000er Jahre ein Meilenstein in der Entwicklung des Röhrenverstärkerbaues dar!

Dr. Götz Wilimzig Lautsprecher

Dr. Götz Wilimzig Lautsprecher mit Saba Blackcones

Resumee

Der Wilimzig Lautsprecher stellt einen gelungenden und geschickten Kompromiss für die klassische Heimtonwiedergabe für Raumgrößen bis etwa 20 Quadratmeter dar.  Die für die meisten Musikrichtungen essentiellen Frequenzbereiche werden im Prinzip zufriedenstellend abgedeckt während tieffrequente Schallereignisse durch den konstruktionbedinten Pegelabfall dieser Konstruktion in raumakustisch unbehandelten Wohnräumen zu keinem Akustikdesater führen können. Wer mehr Tiefton benötigt kann jederzeit durch nachrüsten von ein bis zwei aktiven Ripolen den Frequenzgang nach unten vervollständigen. Dabei sollten dann aber folgerichtig vorgegangen werden und der Frequenzgang auf den Hörplatz mittels einer wertigen DSP-Lösungen linearisiert oder mittels eines raumakustischen Ausbaus die allgemeinen Wiedergabebedingungen in Richtung sauberer Wiedergabe des Tieftonbereiches am Hörplatz konsequent und sauber umgesetzt werden! Es ist klanglich oft wenig zielführend einen -3 dB Frequenzgang bis 20 Hz-30Hz hinunter wiedergabekonstruktiv zu verwirklichen und nicht gleichzeitig akustisch wirkungsvolle Maßnahmen zu einem linearen Frequenzgang am Hörplatz umzusetzten! Der Wilimziglautsprecher ist eine sinnige „Realkonstruktion“ in der mit klarem Blick auf die in Wohnräumen zumeist problematisch vorherschenden akustischen Bedingungen ein gutes Stück weit Rücksicht genommen wird.

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Audiokabel ohne Schirmung oder doch ins Kloster ?

Seit langer Zeit gilt die  Abschirmung eines Audiokabels als ein selbstverständlicher und scheinbar unverzichtbarer Bestandteil jeder hochwertigen Signalverbindung. Manche Kabeltypen/Hersteller warten dabei sogar mit einem doppelten Abschirmgeflecht auf um damit besonders gut gegen eine Übertragung der „böse“ Störungen von außen auf das zu übertragende Signal zu verhindern.

Weit verbreitet ist bis heute die Auffassung, dass die Masse als Schirm benötigt werde, um Störungen abzuleiten.  Auf die Audiotechnik bezogenen sind induktiv und kapazitativ eingekoppelte Störungen sowie hochfrequente Störsignale in der Betrachtung wichtig. Induktive Störfelder passieren dabei ungehindert die Schirmung und wirken auf beide Tonadern ein. Somit ist gegenüber induktiven Störfeldern der Schirm faktisch nutzlos. Die Auswirkungen induktiver Störfelder lassen sich lediglich durch sehr kleine Abstände der Tonadern minimieren und durch deren Verdrillung kompensieren. Anders als bei induktiven Störungen kann eine Kabel-Schirmung gegenüber kapazitiven Störungen durchaus helfen. Die Störungen werden dann gegen Masse abgeleitet und koppeln nicht mehr in die Tonadern ein. Der Nachteil: Die Masse ist überall etwas verschieden….. Bereits im letzten Artikel “Klingende Netzkabel” oder der Trend zum “Edelstromkabel” wurde beleuchtet das eine veränderte Erdungssituation der Einzelkomponenten Ursache für ein verändertes Klangbild innerhalb einer Audioinstallation bilden kann. Dazu kommt erschwerend das gegen hochfrequente Störungen der Schirm in weitaus weniger Fällen, als oftmals angenommen, wirklich „ordentlich“ funktioniert. Es kann sogar dazu kommen, dass je nach einstreuender Frequenz die vermeintlich schützende Abschirmung sich als eine kapazitiv an die Tonadern gekoppelte Antenne auswirkt! Ohne eine Kabelabschirmung würde die kapazitive Störung direkt in die möglichst eng verdrillten Tonadern einkoppeln. Beide Tonadern werden von der Störung gleichermaßen addierend erfasst  und erscheinen dadurch als Gleichtaktsignal. Das Nutz- als Differenzsignal zwischen den symmetrischen Tonadern wird davon nicht betroffen. An dieser Stelle müssen wir nun für einen Moment das Kabel gedanklich verlassen und auf die Auswirkungen und Bedingungen der daran angeschlossenen Gerätehardware betrachten. Es wird an dieser Stelle zu einem unumgänglich Muß, das die Ein- und Ausgänge der an der Kabelverbindung beteiligten Gerätehardware eine ausreichend große Unsymmetriedämpfung aufweisen. Bei einer punktuell in eine Tonader einkoppelnde Störung wird es wichtig, dass der analoge Audioausgang eine sehr niedrige Ausgangsimpedanz besitzt, um diese Störung auch auf die andere Tonader koppeln zu können. Die Störung ist dann auf beiden Tonadern gleich groß und erscheint somit wieder als Gleichtaktsignal. Im AES Paper 5248 behandelte Stephen H. Lampen (Belden) im Jahre 2000 theoretisch den Transport von Audiosignalen über UTP Kabel. In dem AES Paper blieb es zunächst einmal Theorie, da die Firma Belden nicht über Audiogeräte mit einer Unsymmetrie-Dämpfung größer als 80 dB verfügte.

Ein spannendes Symposium im Kloster Banz sollte Jahre später die Theorie die von Stephen H. Lampen in besagten AES Paper formuliert wurde bestätigen. Ausrichter des Symposiums war die Firma Stagetec. Auf dem Seminar gab es zu diesem Thema eine kleine Vorführung mit 300 m ungeschirmten UTP-Kabel und einem angeschlossenen dynamischen Mikrofon. Ohne Frage stellt dieses ein Versuch mit extremen Mitteln zur Verdeutlichung der Theorie dar. Auf dem benachbarten Adernpaar lag zusätzlich ein Messton von 1 kHz und einem Pegel von 22 dBu! Selbst bei maximal möglicher Mikrofonverstärkung war der Messton nicht zu entdecken, weder traten Brummstörungen auf. Messtechnisch konnte dabei eine Übersprechdämpfung mit etwa 140 dB bei 1 kHz  ermittelt werden! Um die Frage nach dem Nutzen des Schirmes  dabei experimentell zu untermauern, wurde dazu die Störempfindlichkeiten auf verschiedenen Kabeln unter Verwendung von NEXUS-Baugruppen jeweils mit einem 120 m langen geschirmten Kat-5 S-STP-Kabel und einem 300 m langen Kat-5 UTP-Kabel getestet. Bei der Messung der Ausgangsspannungs-Unsymmetrie konnte das UTP-Kabel bis zu 30 dB bessere Werte als das S-STP-Kabel erreichen und trotz mehr als doppelter Länge. Ursache ist erwartungsgemäß die viel kleinere Massekapazität des UTP-Kabels. Unerwartete Ergebnisse brachten hingegen die Übersprechmessungen für benachbarte Kanäle. Hier konnte das ungeschirmte UTP-Kabel mit bis zu 20 dB besseren Werten aufwarten!

Kritisch wurde gezielt nach weiteren möglichen Nachteilen von UTP-Kabeln gesucht. Dazu wurde eine unsymmetrische Störquelle simuliert in dem  beide Adern mit einem leicht unsymmetrischen Signal beaufschlagt wurden und auch hierbei waren die Übersprechdämpfungen auf dem UTP-Kabel in weiten Bereichen um 35 dB besser! In dieser Versuchsanordnung wurde dann zusätzlich die Symmetrie auf die vom Pflichtenheft 3/5 verlangten Minimalwerte verschlechtert. Das führte bei dem S-STP-Kabel zu keiner Veränderung, da der Schirm dies verhinderte. Bei dem UTP-Kabel zeigten sich dagegen dramatische Veränderungen: Die Übersprechdämpfungen entsprachen etwa denen des S-STP-Kabels. Unterm Strich bedeuteten die Ergebnisse des Versuches, das mit hochqualitativen Ein- und Ausgängen – und nur dann – ungeschirmte UTP-Kabel als analoge Signalwege erheblich bessere Übersprechwerte als ihre geschirmten S-STP-Pendants zulassen. Gegenüber üblichen Audiokabeln verglichen stellt das für die Messungen verwendete S-STP-Kabel allerdings ein extrem hochwertiges Kabel dar! UTP-Kabel wären auch dann die bessere Wahl, wenn entweder der Audioeingang oder der Audioausgang nicht ganz so optimal wie das beim Test verwendete NEXUS-System wären (Ausgangswiderstand etwa 8 Ohm, parasitäre Massekapazität liegt im Bereich von einigen 10 pF – alle Werte übertreffen bei weitem die Forderungen des entsprechenden Pflichtenheftes), aber dennoch mindestens die Grenzwerte des Pflichtenhefts 3/5 erreichen. Der Einsatz geschirmter Kabel hingegen wird umso sinnvoller, je schlechter die Symmetrie der angeschlossenen Geräte oder je größer die parasitäre Massekapazität ist bzw. wenn keine Erdfreiheit gegeben ist.

Dieser Test ließ noch einmal sehr deutlich werden welchem absolut überragenden Einfluss die technische Qualität der Audiokomponenten im Vergleich zur Kabelfrage am Ende zukommt. Der nicht selten in den letzten Jahren vielbeschworene „Kabelklang“ stellt in Wirklichkeit nichts weiter dar, wie die Interaktion der Übertragungsstrecke mit den Ausgangs- und Eingangsparametern der beteiligten Audiokomponenten. Vielmehr „schlachten“ dabei die unterschiedlichen technischen Parameter unterschiedlicher Kabel die elektrotechnischen Schwächen mancher vermeintlich als hochwertig geltenden Audiogerätschaften aus…..

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Gezähmter Hornklassiker – oder welches Potential in alten Vintagedesigns unter Zuhilfenahme modernster Technik steckt

Durch einen Thread in einem Forum bin ich auf ein sehr interessantes Konzept aufmerksam geworden. Ein aktiviertes und dabei mit Class-D Digitalendstufen angetriebenes Klipsch La Scala Hornsystem kombiniert mit einem Lautsprecher Management System HD2 der Firma Four Audio. Diese interessante Kombination aus alter und neuer Technik übte auf mich eine große Neugierde und Anziehungskraft aus. Wurde dabei doch ein 50 Jahre altes Lautsprecherdesign wie es die Klipsch La Scala letztendlich darstellt mit Aktivierung und modernster Digitaltechnik „verheiratet“.

Klipsch La Scala

Die Klipsch La Scala wurde 1963 vorgestellt. Der Audiopionier Paul W. Klipsch baute diese für die Kampagne von Winthrop Rockefeller für das Gouverneurs-Amt von Arkansas als Ansagelautsprecher. Als tragbare und preiswerte Version des revolutionären Klipschorn® betrachtet, hatte die La Scala auch nach dem Wahlkampf Erfolg. Trotz des etwas groben, unfertigen Aussehens klang die Dreiwege-La Scala mit seinem Horn-Loading so gut, dass sich Interessenten fanden die den Lautsprecher auch im heimischen Wohnzimmer verwenden wollten.

Seit damaligen Wahlkampftagen praktisch unverändert, wurde das Design der La Scala weiter optimiert. Heute gibt es diese in hochwertigen Furnieren aus Kirsche, Nussbaum und schwarzer Esche. Das Hoch- und Mittelton-Horn wurde mit einem Lautsprechergrill abgedeckt. Die Wände des Basshorngehäuses bestehen jetzt aus 2,5 cm dicken Faserplatten statt 1,9 cm dickem Sperrholz und bieten mehr Unterstützung, verringern die Resonanzen und liefern einen reineren Bass.

Klare Hochtöne, extreme Leistung und den unübertroffenen, verzerrungsarmen Bass ist das Markenzeichen der La Scala. Die Horn-Load-Treiber der La Scala besitzen einen hohen Wirkungsgrad und können große Lautstärken bei geringem Stromverbrauch und ohne hörbare Verzerrungen entwickeln.

Der Umbau

Zunächst wurde die originale analoge Frequenzweiche der La Scala ausgebaut und die zur Einzelansteuerung insgesamtbbenötigten 3×2 Ausgänge pro Lautsprecherkanal praktisch für jedes Chassis einzeln nach außen geführt. Jedes Chassispaar (Stereo) bekam dabei seine eigene Class D-Digital-Endstufe zugeteilt. Ausgeführt wurde das Projekt von niemanden geringerem als Prof. Anselm Goertz also einer der führenden Fachleute und eine wirkliche Kapazität auf dem Fachgebiet.

Maßnahmen die von Prof. Anselm Goertz durchgeführt wurden:

Entfernen der passiven Weiche
Nahfeldmessung aller Chassis
Bestimmung der optimalen Trennfrequenzen
Glättung des Frequenzganges (20 Hz-17kHz leicht abfallend zu den Höhen)
Symmetrierung des linken und rechten Lautsprechers in Bezug auf den Raum sowie die Laufzeitkorrektur aller 4-Wege mit Optimierung der Phasenfehler
Selbstredend sind insbesondere letztere Maßnahmen auf einen Sweetspot den Hörplatz bezogen durchgeführt worden.

Die Einmessung wurde mithilfe eines sehr umfangreichen Monkey Forest Messystems durchgeführt dessen sinnvolle Bedienung als auch der richtigen Interpretation der entstehenden Messdaten mit der Kompetenz und Erfahrung der ausführenden Person steht und fällt. Gilt es doch bei einer solchen Neueinstellungen faktisch vom Nullpunkt her anzusetzen und zunächst die optimalen Arbeits- und Ansteuerungseinstellung der einzelnen Chassis zu ermitteln. Optimaler Klang kann u.a. nur erwartet werden, wenn sich die Lautsprecherchassis bei der Musikwiedergabe stets im „grünen Bereich“ das heißt mit einem Minimum an möglichen Verzerrungen bewegen. Auch der Optimierung der Gruppenlaufzeiten der einzelnen Chassis gehörte zu den weiteren Optimierungsmaßnahmen. Es ist nicht unbedingt das geeignete Feld für den typischen Hobbybastler -so denn die Endresultate höchsten Ansprüchen genügen sollen. Am Ende wurde der Frequenzbereich durch ein Paar 13,5 Zoll SV Sound Subwoofer als vierten Weg Richtung 20 Hz hinunter erweitert.

Über Four Audio

Zunächst ein paar Sätze zum Unternehmen Four Audio das in Endkundenkreisen bislang wenig bekannt sein dürfte.

Die Gründung der Firma Four Audio erfolgte im Jahr 2007 allerdings reichen die Ursprünge des Systems deutlich weiter zurück und gehen bis auf die 1980er Jahre zurück. Damals wurden am Institut für Technische Akustik der RWTH Aachen erste Versuche unternommen, FIR Filter zur Lautsprecherentzerrung zu verwenden. Die damals verfügbaren Signalprozessoren besaßen allerdings nur eine geringe Rechenleistung und so waren für relativ kurze FIR Filter schon viele spezielle FIR Prozessoren notwendig. Bereits in den frühen 90er Jahren wurde der Vorgänger des HD2 (HUGO) fertiggestellt und erfolgreich von den involvierten finanzierenden Lautsprecherherstellern verkauft. Zum ersten Mal war das Konzept steilflankiger Frequenzweichenfilter ohne Phasenverzerrungen und die Möglichkeit der Wiedergabe mit nahezu perfekt flachem Amplitudengang und linearer Phase basierend auf der komplexen Entzerrung gemessener Lautsprecherübertragungsfunktionen kommerziell verfügbar. Ab 1997 waren parametrische EQs und die Möglichkeit frei einstellbarer IIR-Frequenzweichenfilter verfügbar. Ein Teil der Forscher stellte auch nach Verlassen der Universität noch einen Großteil ihrer Zeit zur Verfügung, um die zweite Generation des Controllers zu entwickeln. Vor allem die Flexibilität und die Kommunikation mit dem Gerät wurden verbessert.

Nach fruchtbaren Diskussionen mit diversen Lautsprecherherstellern entschlossen sich vier der ehemaligen Weggenossen Four Audio zu gründen, um den Controller sowie Messtechnik und Software zu vertreiben und ihre Kenntnisse und Erfahrungen in Hard- und Softwareentwicklung, Signalverarbeitung, Messtechnik, Lautsprecherentwicklung und Sound-Installationen einzubringen. Parallel zu all diesen Entwicklungen mauserte sich Monkey Forest von einem Labortool für Signalverarbeitung und Messung zu einem ausgewachsenen Meßsystem für Messungen von Impulsantworten, Auswertung raumakustischer Parameter, Mikrophonkalibrierung, Berechnung von Thiele-Small Parametern, Klirrfaktor und Maximalpegelmessungen, und und und … Nach der Gründung von Four Audio 2007 wurde der ELF zur Messung der dreidimensionalen Richtcharakteristik von Lautsprechern entwickelt und kommerziell verfügbar gemacht.

Langjährige Erfahrungen in der Praxis sowie gute Kontakte zu Lautsprecherherstellern und Universitäten bilden auch heute die Quelle der Inspiration für weitere Verbesserungen und Neuentwicklungen.

Four Audio HD 2 Controller

Der Hörraum

Der Hörraum besitzt eine Fläche von 55 Quadratmester bei einem Raumvolumen von ca. 220m3. Die Decke verläuft vom Hörplatz zu den Lautsprechern hin schräg bis auf 7,00 Meter Höhe hinauf. Die Wände sind mit 1,5 cm starken Akustikputz beschichtet, die Decke mit Rigips verkleidet und die Rückwand mit 4 Bassabsorbern (Resonatoren) ausgestattet. Einige weiteren Stellen im Raum sind mit Basotect versehen und als Bodenbelag dient ein dicker Teppichboden aus Wolle. Die Möbelierung ist sparsam gehalten. Selbstredend benötigt man für so einen bombastischen Hörraum entsprechend kräftige Lautsprecher. Ein „normal dimensionierter Lautsprecher“ würde in einem Raum mit diesen Ausmaßen schlichtweg verhungern zumal der Hörabstand zu den Lautsprechern 4,50 Meter betrug.

Der Klang

Es wurde ausschließlich über CD gehört. Als Quelle diente ein CEC TL 51 der über Digital AES/EBU dem Four Audio HD 2 Controller das Musiksignal zulieferte. An Musik wurde buchstäblich querbeet ohne hastiges zappen gehört. Zunächst das Miles Davis Jahrhundertwerk mit dem dieser auch größte Berühmtheit erlangen sollte: „Kind of Blue“. Glücklicherweise wurde jene Miles Davis Aufnahme die in zwei Aufnahmesitzungen in den 30th Street Studio anno 1959 eingespielt wurden auf eine sehr haltbaren Bandsorte vom Typ Scotch 190 aufgezeichnet, die im Vergleich zu manchen später verwendeten Ampex Bandsorten der späten 1960er und 1970er Jahre sich als äußerst langzeitstabil erwiesen. Echte Mehrspurtechnik um auch einen nachträglichen Abmischungsvorgang zu ermöglichen gab es zu jener Zeit noch nicht und so musste die relative Lautstärke der einzelnen Stimmen und die Abstimmung zwischen den Musikern durch eine passende Anordnung im Studio und der Lautstärkereglung unter diesen selber erfolgen. Fred Plaut vormals Toningenieur in Sachen Klassik machte die Aufnahme mit 7 Mikrophonen vorrangig vom Typ Neumann U 49 deren Signal auf drei Tonspuren verteilt wurden. Die Aufnahme wurde mit etwas Nachhall der damals noch aus einer Hallkammer stammte klanglich abgerundet. In etwa zu selben Zeit der Kind of Blue Aufnahme existierte bereits in den USA eine Firma namens EPSCO deren CEO Bernie Gordon ein 11Bit/22khz-ADDA-System entwickelt hatte…….! Digitaltechnik war auch der technische Hintergrund der Telarc Einspielungen von Stravinskys Firebird unter Robert Shaw sowie Aaron Coplands Appalachian Spring / Fanfare for the Common Man unter Louis Lane die als nächstes in den CD-Player wanderten. Berühmt geworden sind die Telarc-Digitalaufnahmen durch ihre sehr klares und sauberen Klangbild. Zum Erscheinen dieser Aufnahmen vor mehr als 30 Jahren überschlug man sich förmlich mit Lobpreisungen für die außerordentliche Aufnahme- und Klangqualität. Noch weitgehend untypisch für jene Zeit wurde bei Telarc bei der Produktion und Weiterverarbeitung des Tonmaterials durchgängig digital produziert. Zu jener Zeit gab es bereits in Österreich beim ORF und in Deutschland beim WDR und dem Bayrischen Rundfunk in München erste volldigitale Installationen mithilfe IRT modifizierter digitaler Neve-Konsolen aus England. Die mächtigen Signalaussteuerungswerte der Telarc-CDs im Tieftonbereich konnten zu jener Zeit so manchem Tieftöner seine konstruktiven Grenzen aufzeigen. Für beide Telarc Aufnahmen wurde ein von Soundstream modifizierter Honeywell Datenrecorder der das Audiosignal mit 16Bit/50 kHz aufgezeichnete verwendet. Für die Konvertierung auf die für die CD notwendigen 44,1 kHz wurde seinerzeit der Studer SFC 16 Samplerateconverter eingesetzt. Die Firma Stockham Audio präsentierte bereits 1978 das erste kommerzielle digitale Recording System mit Random-Access Editing. Ein früher Vorläufer heutiger DAW-Audioworkstations auf Rechnerbasis. Damals beruhten derartige Minicomputer vielfach auf der Hardwarebasis eines DEC PDP-11 und VAX7xx. Diese Systeme waren u.a. auch bei RCA Records in New York im Einsatz, um Aufnahmen die im Soundstreamformat gefertigt wurden auch digital editieren zu können. Ähnliche Systeme wurden zu dieser Zeit bei JVC und der Tokio Broadcasting Company verwendet. In 1977 sorgte die digitale Restoration alter Caruso-Aufnahmen bei der RCA mithilfe eines Minicomputers auf Basis des DEC PDP-11 und der von Soundstream Chefprogrammierer Robert Ingebretsen dafür programmierten Software für beachtliches Aufsehen. Nachdem Dr. Stockham mit seiner Technologie bereits 1973/74 die berühmten Watergates Tapes erfolgreich analysieren konnte, wurde dieser 1979 zum Billboard Trendsetter des Jahres für seine Verdienste am Soundstream Digitalmastering und Editing System gewählt. Durch die Aufnahmen in besagte Zeit für einen Moment zurückversetzt wurde mir schnell bewusst, wie sachlich und technisch fundiert in manchem Vergleich zu heute über das Thema Digital- versus Analogtechnik berichtet wurde und dabei eine klare Unterscheidung der Bedeutung der Begriffe „Reproduktion“ und „Fidelity“gezogen werden konnte….. Desweiteren wanderte Dizzy Gillespie´s „An Electrifying Evening“, Mahlers Symphonie Nr.5 unter Helmut Haenchen mit dem Netherlands Philharmonic Orchestra vom Pentatone Team aufgezeichnet als auch eine alte WDR Mono Einspielungen des Turandot aus dem Jahre 1956 mit dem Kölner Rundfunkchor und Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester unter der Leitung von Georg Solti in den CD-Player. Ich konnte im Laufe der Jahre schon so „einige“ Anlagenkonfiguration hören. Daraus folgt nicht selten eine gewisse Routine als auch Abgeklärtheit in Sachen Anlagen- und Klangbewertung. Wenn es denn passiert wie bei Andreas geschehen, dass der Autor beim Hören im positiven Sinne wirklich überrascht und merklich tief beeindruckt ist, handelt es sich auf jeden Fall um ein Klangerlebnis weitab vom alltäglich erlebbaren. Besonders betonen möchte ich an dieser Stelle nochmal die sehr gute Hochtonauflösung die besagte Installation dabei aufzeigte. Bevorzugt werden von mir allgemein Geräte und Konfigurationen die eigenklanglich nicht nennenswert in Erscheinung treten. Eine eigenklangliche Ausrichtungen einer Wiedergabeanlage birgt bekanntlich nicht selten die Gefahr das diese am Ende oft nicht auf jede Art von Musik- und Tonmaterial gleichermaßen passt. Dieses kann sich gelegentlich negativ je nach der Beschaffenheit des gerade gehörten Tonmaterials rächen. Von der Art des Tonmaterials sehr breit aufgestellt leg der Autor folglich besonders großen Wert auf ein neutrales agieren der entsprechenden Geräteschaften. Sollten tatsächlich klangveränderne Eingriffe vorgenommen werden, so gibt es eigens auch für diesen Zweck geeignete Geräte. Jegliche klangliche Eingriffe können damit kontrolliert dosiert und bewusst vorgenommen werden, so dass die Ergebnisse jederzeit auch wieder reproduzierbar sind bzw. auch wieder reversibel sind. High End Audio ohne Einschränkungen im besten Sinne. Letztere Begrifflichkeit ist für den Autor völlig unabhängig von der ursprünglichen Herkunft des verwendeten Equipments Maßgabe und Programm zugleich. Chrom, Edelstahl, Holz oder auch Acryl als äußere Design- und Gestaltungsmaßnahmen sind natürlich immer gern gesehen, treten aber in der persönlichen Bewertungsskala hinter der Eigenschaft der „ neutralen Klangverrichtung“ auf den zweiten Rang zurück. Grundsätzlich schließt die Verwendung eines „exorbitanten“ Gehäusedesigns niemals die neutrale Klangverrichtung aus.

Ausgewählte Aufnahmen:

Resümee

Die bei Andreas gehörte Anlagenkonfiguration ließ zu jeder Zeit und mit jedem gehörten Tonmaterial eine einwandfreie und klare Bewertung der entsprechenden Tonkonserve zu. Nichts wurde verfärbt, die Lokalisation der Schallereignisse als auch die Raumdarstellung in Höhe, Breite und Tiefe war einwandfrei. Die gehörte Konfiguration war nicht einfach „nur“ Musikanlage sondern erfüllte vollends die Anforderungen die auch an sehr guten Tonregieanlagen gestellt würden. Zu keinem Zeitpunkt wurde der Gedanke auf die jeweils verwendete Wiedergabetechnik gelenkt. Es spielte „nur“ die jeweilige Musik je nach der Beschaffenheit der verwendeten Tonkonserve –nicht mehr und auch nicht weniger. Die Gewährleistung von sauberer Musikreproduktion ohne einer vordergründigen Verblendung durch übersteigerte dogmatische Verehrungsformen oder gar rituell religiösen Huldigung eines speziellen Konzeptes vorzeitig zu erliegen. Die Technik trat vornehm in den Hintergrund und während des machtvollen und opulenten Einsatzes der Kesselpauken insbesondere bei den verwendeten Telarc-Einspielungen verwandelte sich der Hörraum wahrhaft zu einem Auditorium und ließ spürbar die stabile Betondecke erzittern. Das war wirklich großes Tonkino. Die Wiedergabe insbesondere des Tieftonbereiches gelang ohne wahrnehmbare Kompressionserscheinungen. Nach einem solchen Erlebnis bekommt man förmlich eine veränderte Sicht auf besagte Telarc- Einspielungen die offenbar für wirklich große und ausgewachsene Fullrange-Wiedergabesysteme in großen Räumen jenseits des Puppenstubenstatus erstellt wurden. Amerika im besten als auch wohl typischen Sinne, alles mindestens immer eine Nummern größer….. Bei besagter Rezeption der Telarc-Aufnahmen stellte sich ein durchaus vergleichbares Gefühl als wenn man das erste Mal vom New Yorker John F. Kennedy International Airport in die Stadt fährt und die Ausmaße der riesigen Wolkenkratzer und Strassenschluchten beginnen auf einen zu wirken ein…. Spätestens danach wird klar, dass eine einigermaßen realistisch wirkende „illusorische“ Darstellung bzw. Nachbildung aus der Konserve nur auf einer wirklich großen „Bühne“ mit entsprechender Höhen- und Breitenausdehnung gelingen kann. Gleiches gilt für eine sinnvolle und ganzheitliche Rezeption genannter Telarc-Aufnahmen. Hierbei wurden wieder einmal besonders deutlich, wie wichtig für eine realistisch großorchestrale Abbildung die Größe und das Volumen des Hörraumes und eine damit sinnvoll korrelierende Lautsprechergröße und akustischer Leistungsabgabe ist! Einen Versuch oder die Hoffnung einer zu tiefst beeindruckenden realistischen Darstellung solcher Musikprogramme in typisch nach europäischen Raummaßen gestalteten „Puppenstuben“ verwirklichen zu können wird dabei wohl immer nur ein bescheidener Versuch bleiben. Auch ein Ausweichen auf Wiedergabe über sehr teure Kopfhörer wird ein derartiges Erlebnis noch weniger ersetzen können. Es ist zwar ohne weiteres möglich in akustisch geeigneten kleineren Räumen mit sehr guten Studiomonitoren das gehörte kognitiv richtig zu interpretieren, einzuschätzen und auch zu bearbeiten -ähnlich wie man ein 4m2 großes Wandgemälde auf einem hochqualitativ hochwertigen Foto deutlich kleineren Ausmaßes sicher beurteilen und betrachten kann, aber die gesamte Machtwirkung des Bildes kann erst in voller Größendarstellung dargestellt auf den Betrachter bruchfrei übertragen werden. In der professionellen Szene hat man das schon sehr lange erkannt und hat aus gutem Grund in großen Tonstudiokomplexen Tonregien mit Flächen zwischen 70-80m2 bei Raumhöhen um die 4,20 Meter eingerichtet. Das betreiben eines solch großen Aufwandes ermöglicht es die Gesamtwirkung einer großorchestralen High End Klassikproduktion unter minimaler Abforderung/Anstrengung über geleistete Abstraktionsleistung „Dritten“ weitgehend bruchfrei vorführ- als auch erfahrbar machen zu können. Grundsätzlich kann es bei der Wiedergabe über Tonkonserve mithilfe einer „exorbitanten“ Wiedergabeanlage niemals darum gehen die komplette Wirkung eines Livekonzertes vollends damit zu substituieren, sondern es gilt das komplette klangliche als auch dynamische Potential einer entsprechenden Tonaufnahme möglichst bruchfrei, unkomprimiert als auch unmittelbar überhaupt erfahrbar machen zu können.

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„Klingende Netzkabel“ oder der Trend zum „Edelstromkabel“

Die Diskussion um hochwertige Netzkabel mit Verbesserungen auf der Audioseite ist durchaus ein nachvollziehbares Thema. Um weitere unnötige Verwirrungen zu vermeiden möchte der Autor mal etwas Licht ins Dunkel bringen.

Die wesentliche Ursache für „klingende Netzkabel“ ist in der Erdung zu suchen. Besagte „Edelstromkabel“ haben oft alle einen deutlich größeren Querschnitt als die normal üblichen 0,75 Quadratmillimeter der typischen Eurokabel sowie bessere Stecker die besser in der Netztleiste kontaktieren. Früher war es in Tonstudios Standard dass dort auch ein Erdsystem vorhanden war wobei jedes der Geräte mit dicken Kupferleitern sternförmig an Erde angeschlossen wurde, so dass es innerhalb der Installation kein unterschiedliches Erdpotential mehr gab. Tat man es nicht so hatte man mit merkwürdigen Problemen zu kämpfen weil zwischen den Analgenkomponenten keine stabile ausreichend niederohmige Erde vorhanden war. In der heutigen Realität bildet der Schutzleiter die Erde und dessen Querschnitt bestimmt damit den Erdquerschnitt. Es kommt heute dazu das jedes Gerät seit CE mit einer Störschutzfilter an seinem Netzeingang ausgestattet sein muß. Der Störschutzfilter soll alle Störungen und HF die auf den Netzleitungen vagabundiert –einschließlich der durch Schaltnetzteile im Gerät selbst verursachten Störungen in den Schutzleiter ableitet werden. Dadurch fließt je nach Verschmutzung der Netzleitung ein mehr oder minder großer Erdstrom über den Schutzleiter gegen den Erdzentralpunkt. Sind die Erdquerschnitte der einzelnen Geräte nicht ausreichend niederohmig, bilden sich unterschiedliche Erdpotentiale zwischen den einzelnen Geräten aus, die dann als Störung in die analoge oder digitale Audioverbindung hineingelangen und dort etwas verursachen was man nicht als eine generelle Art von Störung definieren kann sondern von dem mehr oder weniger zufällig entstandenen Aufbau abhängt. Damit sind auch gewisse klangliche Merkwürdigenkeiten beim Einsatz von verschiedenen Wordclocksystemen gemeint. Irgendwelche billigen oder vielmehr billig gemachten Baumarktsteckleisten besonders wenn u.U. mehrere aneinander hängen lassen den Schutzleiterwiderstand in Richtung Steckdose immer größer werden…. wo dann in bunter Vielfalt noch die einzelnen Geräte eingesteckt sind die alle mit relativ hochohmigen Kabeln Störschutzfilter-Ausgleichsströme an das Gesamtgebilde abgeben werden. Die Lösung des Problems ist Kupfer, wenn man es an alle Geräteteile mit einem entsprechend dicken Kupferdraht großen Querschnittes an einer Stelle solide kontaktieren kann… und natürlich Netzkabel mit ordentlichen 2,5er Querschnitt als auch Netzleisten und Stecker die fest und gut kontaktieren.

Wie Störpotential aus dem Netz auf der Audioseite wirkt hängt desweiteren noch von der Qualität des Netzteils ab. Für die Klangqualität ist die Ladekapazität des Netzteils verantwortlich und man ersetzt zum Teil eine zu geringe Ladekapazität durch ein niederohmiges Netzkabel mit größerem Querschnitt und damit geringen Eingangswiderstand.
Hochfrequenz die zwangsläufig auf dem Netz ist geht seltsame Wege. Man findet diese auch auf dem Schutzleiter. Jenseits der Megahertzgrenze ist ein Stück Draht allerdings nicht einfach ein Stück Draht mehr sondern ein komplexer Widerstand und wenn wir von einem 0,75 Quadrat Standardnetzkabel ausgehen das nun wirklich auf ein sehr niederohmiges Erdsystem verbunden wäre kann man nicht sagen wie effektiv es eine HF Störung die aus dem Störschutzfilter eingeleitet wird ableiten kann und es ist auch noch ein Unterschied ob das Kabel aufgewickelt ist oder nicht.Man kann davon ausgehen dass am Eingang des Netzteils immer noch ein relevanter HF-Salat entsteht und zusätzliche interne HF wenn im Gerät ein Schaltnetzteil verbaut ist…..Diskrete Verstärker haben meist eine wesentlich kleiner Unterdrückung von Störungen auf der Speisespannung als ein Op Amp, aber selbst bei OPs gibt es eine alte Regel dass die Störunterdrückung von der Stromversorgung auf den Ausgang bei negativer Versorgungsspannung 20 dB schlechter als bei positiver Versorgungsspannung ist. Sobald HF auf der Speisung liegt findet sich diese auch auch irgendwo im Audioweg wieder. Da hängt es dann von der Schaltungsauslegung mit HF-Sperren ab, ob eine Störung auftritt oder nicht. Bei einer korrekten Erdverkabelung mit großem Querschnitt kommt es meist nicht zu hörbaren Verbesserungen durch Einsatz von Versorgungskabeln mit großem Querschnitt, wohl aber wo die beschriebene Erdverkabelung durch den Einsatz mit Versorgungskabeln großen Querschnittes rein zufällig entstanden ist und kein ordentliches Erdsystem vorhanden war
Es kann aber natürlich nicht Schaden wenn man generell gegen die HF durch ferritummantelte Netzkabel in ausreichender Länge etwas tut …

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Vom Sinn und Nutzen hoher Samplingfrequenzen bei HD-Digital Audio

Je nach kulturellem Hintergrund werden die Herren Nyquist, Shannon oder Kotelnikow, als die Väter des Abtasttheorems benannt. Das Abtasttheorem besagt, dass ein Signal, welches einer Bandbegrenzung unterliegt (also irgend eine höchste vorkommende Frequenz besitzt) und mit einer Abtastfrequenz abgetastet wird, die höher, als das Doppelte der höchsten vorkommenden Signalfrequenz ist, genau so wieder rekonstruiert werden kann.
Wohlgemerkt, das Abtasttheorem bezieht sich weder auf digitale Signale, noch lässt es Spielraum für eine begrenzte zeitliche Auflösung. Das rekonstruierte Signal ist identisch mit dem Originalsignal! Um aus (analogen) Abtastwerten wieder das originale Signal zu erzeugen, bedarf es des sogenannten Rekonstruktionsfilters. Als Rekonstruktionsfilter dient ein Tiefpassfilter, welches die höchste vorhandene Frequenz im Nutzsignal passieren lässt, aber alle Frequenzanteile die gleich oder größer als die halbe Abtastfrequenz sind, sicher unterdrückt. Wohl bemerkt, dieses Filter ist zwingend zur Rekonstruktion erforderlich und dieses Filter beeinträchtigt nicht das Nutzsignal, da es alle Frequenzen des Nutzsignals passieren lässt.
Eine höhere Abtastfrequenz hat somit eine höhere Bandbreite zur Folge oder auch eine höhere Auflösung.Wir erinnern uns das eine Verdopplung der Samplingfrequenz den Zugewinn von 1 Bit an Auflösung jeweils zur Folge hat! Wenn wir jedoch richtig gute A/D-Wandler verwenden, bei denen die 24 bit nicht mehr die Abtastwerte begrenzen, weil bereits andere Glieder in der Übertragungskette die Qualität des Signals beeinträchtigen, dann bringt auch eine Erhöhung der Abtastfrequenz keinen Gewinn für die zeitliche Auflösung. Richtig gute A/D Wandler im Sinne von echten 24 Bit an echt vprhandener Auflösung bedeutet das man bei dem Wandlern auch tatsächlich einen Rauschabstand von 144 dB über den Nutzfrequenzbereich messen kann! Würde man bei einem „24 Bit AD-Wandler“ allerdings beispielsweise nur 98 dB Rauschabstand messen dann bedeutet das eine echte bzw. effektive Auflösung von lediglich 16 Bit und bei 110 dB entspreche die effektive Auflösung dann nur 18 Bit….- egal was nominal an Bits auf dem AD-Wandler drauf steht… und der Rest ginge im Grundrauschen des Gerätes dann zwangsläufig unter…
Eine vergrößerte Bandbreite ist die Folge einer erhöhten Abtastfrequenz. Eine höhere Abtastfrequenz kann auch zu einer höheren zeitlichen Auflösung führen – muss es aber nicht! Keinesfalls ist eine höhere Nutzbandbreite gleich zu setzen mit einer höheren zeitlichen Auflösung! Hier wird also Ursache und Wirkung verdreht und es werden mit dieser Behauptung auch andere Einflüsse übersehen.

Ein Rechnenbeispiel:

Verglichen mit dem Audiosignal einer CD bringt der Übergang von 44,1 kHz zu 96 kHz in der Abtastfrequenz eine Erhöhung der zeitlichen Auflösung um das 2,17 fache, also um 6,7 dB.
Bei einer Veränderung der Bitbreite von 16 bit auf 24 bit (echte bit) unter Beibehaltung der Abtastfrequenz von 44,1 kHz vergrößert sich die zeitliche Auflösung um volle 48 dB! Oder besser gesagt, man kann die Zeit 256 Mal feiner auflösen. Die Audioabtastfrequenz bestimmt lediglich die höchste im Audiosignal darstellbare Frequenz. Die Audioabtastfrequenz bestimmt jedoch nicht die zeitliche Auflösung! Dies ist ein weit verbreiteter Irrtum!
Die höchste zu übertragende Nutzfrequenz wir durch die Abtastfrequenz bestimmt. Die zeitliche Auflösung des Nutzsignals wird durch die Amplitudenauflösung der Abtastwerte bestimmt sprich der tatsächlich effektiven Bit-Tiefe (Bitanzahl) die über den tatsächlichen Rauschabstand des AD-Wandlers bestimmt werden.
Die Beobachtungen das eine erhöhte Abtastfrequenz wirklich etwas bringt -außer die Erhöhung der oberen Grenzfrequenz stützen sich nach meinem Erfahrungsstand auf übliche A/D-Wandler am Markt und für die gilt, dass die effektive Bitbreite nicht immer ausreichend ist -sprich die nominalen 24 Bit garnicht wirklich nutzbar sind sondern die untersten 5-8 Bit im Grundrauschen des AD-Wandler verloren gehen.Die Beobachtungen vielerorts sind ganz bestimmt richtig beobachtet – nur die Erklärungen sind leider unvollständig und falsch. Eine Erhöhung der Abtastfrequenz kann tatsächlich zu einer Verbesserung der zeitlichen Auflösung führen, aber nicht durch die höhere Bandbreite, sondern durch die Erhöhung der Zahl der Stützstellen bei der Rekonstruktion!(Wir erinnern uns das durch eine Verdopplung der Abtastfrequenz ein Bit jeweils dazugewonnen werden kann…)
Die Erfahrungen vielerorts können in so fern bestätigt werden, dass es viele Fälle gibt, bei denen sich durch eine Verdopplung der Abtastfrequenz die zeitliche Auflösung verbessert. Dies geschieht jedoch nicht, durch die mögliche erhöhte Bandbreite des Audiosignals, die nun übertragen werden kann, sondern durch eine genauere Rekonstruktion des D/A-Wandlers auf Grund der Verdopplung der Stützstellen.
Für Anwender, die mit 28 oder gar 32 bit ihr Audiosignal quantisieren können, bringt eine Erhöhung der Abtastfrequenz keine erkennbaren Vorteile mehr! Wohl gemerkt mit 28 Bit ist dann auch der tatsächlich messbare Rauschabstand von 156 dB des Wandlersystem gemeint!
Den Zusammenhang zwischen feiner zeitlicher Auflösung und großer Bitbreite bei der Wandlung hat z.B. die Fa. Stage Tec erkannt und bietet deshalb seit nunmehr 15 Jahren einen A/D-Wandler mit extrem großer Bitbreite an, den TrueMatch-Wandler. Die große effektiv nutzbare Bitbreite ist das Geheimnis, weshalb z.b. der TrueMatch-A/D-Wandler eine hörbar große Tiefenstaffelung besitzt. Dieser Wandler ist einfach sehr genau in den Abtastwerten und daher kommt eine viel bessere räumliche Darstellung heraus. Das ist im dem Fall keine Hexerei sondern technisch ganz nüchtern real. Das hat im genannten Fall echte technische Hintergründe und ist keine Marketingparole die nur erdacht auf dem Schreibtischen von Werbefachleuten stattfand.Ein Beispiel aus einer Messumgebung mit der vorhandenen EMV die auf die Messtechnik an normalen Einsatzorten der Audiotechnik stets einwirken würde ist dabei ein gutes Stichwort und zwar gerade gegen unnötig hohe Samplingfrequenzen, denn umso höher tendenziell die eingesetzte Samplingfrequenz ist umso mehr HF-Müll wird in die entstehende WAV-Datei digitalisiert die nichts mit dem eigentlichen Audiosignal zutun hat….nach dem Motto jede HF sucht sich „irgendwo“ sicher ihre Demodulationsstrecke….

Vor dem Hintergrund von HF-Auswirkungen führten die Wissenschaftler Ashihara Kaoru und Kiryu Shogo vom japanischen Institut ETL verschiedene Experimente und Hörversuche durch, deren Ergebnisse auf der 7. AES Convention (Paper No. 5401) der Fachwelt präsentiert wurden. Hiernach wird die Existenz eigentlich unhörbarer Frequenzen unter anderem dann wahrgenommen, wenn sie zusammen mit weiteren komplexen, nicht sinusförmigen Signalen über ein nichtlinear übertragendes System wiedergegeben werden. Durch diese nichtlinearen Übertragungseigenschaften werden die höherfrequenten Signale in den Hörfrequenzbereich demoduliert. Übertragungsglieder der Audiokette, bei denen das nichtlineare Übertragungsverhalten relativ stark ausgeprägt ist, sind z.B. die Lautsprecher, über die das Musiksignal wiedergegeben wird. Unterschiede, die bei Hörversuchen via Übertragungsketten mit unterschiedlichen oberen Grenzfrequenzen (> 20 kHz) durchaus herausgehört werden, lassen sich auf zusätzliche niederfrequente Intermodulationsprodukte u.a. der Lautsprecher zurückführen, die dann auftreten, wenn diese mit höherfrequenten (Nutz-) Signalen angeregt werden. Vor diesem Hintergrund ist es keine gute Idee ein Audiosystem insbesondere Lautsprecher mit Signalen unnötig hoher Bandbreite jenseits der 20 kHz zu beaufschlagen.

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Computer und Musik: Eine Alptraum – oder eher eine traumhafte Zukunft? Teil 3

Wie schwer ist die neue Technik nun zu bedienen wird sich mancher Newcomer fragen.

Hier die Antwort: Peter Pawlowski´s Boom Player

Link dazu bitte in den Browser kopieren

http://perkele.cc/download/Boom.exe

 

 

 

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EBU R128-Die große Hoffnung auf das Ende des Loudness War

Informationsvorträge und Materialien zur EBU R-128

http://tech.ebu.ch/Jahia/site/tech/cache/bypass/events/webinar_loudness1;jsessionid=13189D5B167B3B016B2C81F052133DBB.jahia1/cache/off?id=13224

http://tech.ebu.ch/Jahia/site/tech/cache/bypass/events/webinar_loudness1;jsessionid=D772FCCF7ACB185E83F23F6AFFE44EDF.jahia1/cache/off?id=13390

http://tech.ebu.ch/Jahia/site/tech/cache/bypass/events/webinar_loudness1/cache/off?id=13226

http://tech.ebu.ch/docs/techreview/trev_2010-Q3_loudness_Camerer.pdf

http://tech.ebu.ch/docs/r/r128.pdf

http://tech.ebu.ch/docs/tech/tech3341.pdf

http://tech.ebu.ch/docs/tech/tech3342.pdf

http://tech.ebu.ch/docs/techreview/trev_2011-Q1_adaptive-streaming_laukens.pdf

http://productionadvice.co.uk/

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