Gezähmter Hornklassiker – oder welches Potential in alten Vintagedesigns unter Zuhilfenahme modernster Technik steckt

Durch einen Thread in einem Forum bin ich auf ein sehr interessantes Konzept aufmerksam geworden. Ein aktiviertes und dabei mit Class-D Digitalendstufen angetriebenes Klipsch La Scala Hornsystem kombiniert mit einem Lautsprecher Management System HD2 der Firma Four Audio. Diese interessante Kombination aus alter und neuer Technik übte auf mich eine große Neugierde und Anziehungskraft aus. Wurde dabei doch ein 50 Jahre altes Lautsprecherdesign wie es die Klipsch La Scala letztendlich darstellt mit Aktivierung und modernster Digitaltechnik „verheiratet“.

Klipsch La Scala

Die Klipsch La Scala wurde 1963 vorgestellt. Der Audiopionier Paul W. Klipsch baute diese für die Kampagne von Winthrop Rockefeller für das Gouverneurs-Amt von Arkansas als Ansagelautsprecher. Als tragbare und preiswerte Version des revolutionären Klipschorn® betrachtet, hatte die La Scala auch nach dem Wahlkampf Erfolg. Trotz des etwas groben, unfertigen Aussehens klang die Dreiwege-La Scala mit seinem Horn-Loading so gut, dass sich Interessenten fanden die den Lautsprecher auch im heimischen Wohnzimmer verwenden wollten.

Seit damaligen Wahlkampftagen praktisch unverändert, wurde das Design der La Scala weiter optimiert. Heute gibt es diese in hochwertigen Furnieren aus Kirsche, Nussbaum und schwarzer Esche. Das Hoch- und Mittelton-Horn wurde mit einem Lautsprechergrill abgedeckt. Die Wände des Basshorngehäuses bestehen jetzt aus 2,5 cm dicken Faserplatten statt 1,9 cm dickem Sperrholz und bieten mehr Unterstützung, verringern die Resonanzen und liefern einen reineren Bass.

Klare Hochtöne, extreme Leistung und den unübertroffenen, verzerrungsarmen Bass ist das Markenzeichen der La Scala. Die Horn-Load-Treiber der La Scala besitzen einen hohen Wirkungsgrad und können große Lautstärken bei geringem Stromverbrauch und ohne hörbare Verzerrungen entwickeln.

Der Umbau

Zunächst wurde die originale analoge Frequenzweiche der La Scala ausgebaut und die zur Einzelansteuerung insgesamtbbenötigten 3×2 Ausgänge pro Lautsprecherkanal praktisch für jedes Chassis einzeln nach außen geführt. Jedes Chassispaar (Stereo) bekam dabei seine eigene Class D-Digital-Endstufe zugeteilt. Ausgeführt wurde das Projekt von niemanden geringerem als Prof. Anselm Goertz also einer der führenden Fachleute und eine wirkliche Kapazität auf dem Fachgebiet.

Maßnahmen die von Prof. Anselm Goertz durchgeführt wurden:

Entfernen der passiven Weiche
Nahfeldmessung aller Chassis
Bestimmung der optimalen Trennfrequenzen
Glättung des Frequenzganges (20 Hz-17kHz leicht abfallend zu den Höhen)
Symmetrierung des linken und rechten Lautsprechers in Bezug auf den Raum sowie die Laufzeitkorrektur aller 4-Wege mit Optimierung der Phasenfehler
Selbstredend sind insbesondere letztere Maßnahmen auf einen Sweetspot den Hörplatz bezogen durchgeführt worden.

Die Einmessung wurde mithilfe eines sehr umfangreichen Monkey Forest Messystems durchgeführt dessen sinnvolle Bedienung als auch der richtigen Interpretation der entstehenden Messdaten mit der Kompetenz und Erfahrung der ausführenden Person steht und fällt. Gilt es doch bei einer solchen Neueinstellungen faktisch vom Nullpunkt her anzusetzen und zunächst die optimalen Arbeits- und Ansteuerungseinstellung der einzelnen Chassis zu ermitteln. Optimaler Klang kann u.a. nur erwartet werden, wenn sich die Lautsprecherchassis bei der Musikwiedergabe stets im „grünen Bereich“ das heißt mit einem Minimum an möglichen Verzerrungen bewegen. Auch der Optimierung der Gruppenlaufzeiten der einzelnen Chassis gehörte zu den weiteren Optimierungsmaßnahmen. Es ist nicht unbedingt das geeignete Feld für den typischen Hobbybastler -so denn die Endresultate höchsten Ansprüchen genügen sollen. Am Ende wurde der Frequenzbereich durch ein Paar 13,5 Zoll SV Sound Subwoofer als vierten Weg Richtung 20 Hz hinunter erweitert.

Über Four Audio

Zunächst ein paar Sätze zum Unternehmen Four Audio das in Endkundenkreisen bislang wenig bekannt sein dürfte.

Die Gründung der Firma Four Audio erfolgte im Jahr 2007 allerdings reichen die Ursprünge des Systems deutlich weiter zurück und gehen bis auf die 1980er Jahre zurück. Damals wurden am Institut für Technische Akustik der RWTH Aachen erste Versuche unternommen, FIR Filter zur Lautsprecherentzerrung zu verwenden. Die damals verfügbaren Signalprozessoren besaßen allerdings nur eine geringe Rechenleistung und so waren für relativ kurze FIR Filter schon viele spezielle FIR Prozessoren notwendig. Bereits in den frühen 90er Jahren wurde der Vorgänger des HD2 (HUGO) fertiggestellt und erfolgreich von den involvierten finanzierenden Lautsprecherherstellern verkauft. Zum ersten Mal war das Konzept steilflankiger Frequenzweichenfilter ohne Phasenverzerrungen und die Möglichkeit der Wiedergabe mit nahezu perfekt flachem Amplitudengang und linearer Phase basierend auf der komplexen Entzerrung gemessener Lautsprecherübertragungsfunktionen kommerziell verfügbar. Ab 1997 waren parametrische EQs und die Möglichkeit frei einstellbarer IIR-Frequenzweichenfilter verfügbar. Ein Teil der Forscher stellte auch nach Verlassen der Universität noch einen Großteil ihrer Zeit zur Verfügung, um die zweite Generation des Controllers zu entwickeln. Vor allem die Flexibilität und die Kommunikation mit dem Gerät wurden verbessert.

Nach fruchtbaren Diskussionen mit diversen Lautsprecherherstellern entschlossen sich vier der ehemaligen Weggenossen Four Audio zu gründen, um den Controller sowie Messtechnik und Software zu vertreiben und ihre Kenntnisse und Erfahrungen in Hard- und Softwareentwicklung, Signalverarbeitung, Messtechnik, Lautsprecherentwicklung und Sound-Installationen einzubringen. Parallel zu all diesen Entwicklungen mauserte sich Monkey Forest von einem Labortool für Signalverarbeitung und Messung zu einem ausgewachsenen Meßsystem für Messungen von Impulsantworten, Auswertung raumakustischer Parameter, Mikrophonkalibrierung, Berechnung von Thiele-Small Parametern, Klirrfaktor und Maximalpegelmessungen, und und und … Nach der Gründung von Four Audio 2007 wurde der ELF zur Messung der dreidimensionalen Richtcharakteristik von Lautsprechern entwickelt und kommerziell verfügbar gemacht.

Langjährige Erfahrungen in der Praxis sowie gute Kontakte zu Lautsprecherherstellern und Universitäten bilden auch heute die Quelle der Inspiration für weitere Verbesserungen und Neuentwicklungen.

Four Audio HD 2 Controller

Der Hörraum

Der Hörraum besitzt eine Fläche von 55 Quadratmester bei einem Raumvolumen von ca. 220m3. Die Decke verläuft vom Hörplatz zu den Lautsprechern hin schräg bis auf 7,00 Meter Höhe hinauf. Die Wände sind mit 1,5 cm starken Akustikputz beschichtet, die Decke mit Rigips verkleidet und die Rückwand mit 4 Bassabsorbern (Resonatoren) ausgestattet. Einige weiteren Stellen im Raum sind mit Basotect versehen und als Bodenbelag dient ein dicker Teppichboden aus Wolle. Die Möbelierung ist sparsam gehalten. Selbstredend benötigt man für so einen bombastischen Hörraum entsprechend kräftige Lautsprecher. Ein „normal dimensionierter Lautsprecher“ würde in einem Raum mit diesen Ausmaßen schlichtweg verhungern zumal der Hörabstand zu den Lautsprechern 4,50 Meter betrug.

Der Klang

Es wurde ausschließlich über CD gehört. Als Quelle diente ein CEC TL 51 der über Digital AES/EBU dem Four Audio HD 2 Controller das Musiksignal zulieferte. An Musik wurde buchstäblich querbeet ohne hastiges zappen gehört. Zunächst das Miles Davis Jahrhundertwerk mit dem dieser auch größte Berühmtheit erlangen sollte: „Kind of Blue“. Glücklicherweise wurde jene Miles Davis Aufnahme die in zwei Aufnahmesitzungen in den 30th Street Studio anno 1959 eingespielt wurden auf eine sehr haltbaren Bandsorte vom Typ Scotch 190 aufgezeichnet, die im Vergleich zu manchen später verwendeten Ampex Bandsorten der späten 1960er und 1970er Jahre sich als äußerst langzeitstabil erwiesen. Echte Mehrspurtechnik um auch einen nachträglichen Abmischungsvorgang zu ermöglichen gab es zu jener Zeit noch nicht und so musste die relative Lautstärke der einzelnen Stimmen und die Abstimmung zwischen den Musikern durch eine passende Anordnung im Studio und der Lautstärkereglung unter diesen selber erfolgen. Fred Plaut vormals Toningenieur in Sachen Klassik machte die Aufnahme mit 7 Mikrophonen vorrangig vom Typ Neumann U 49 deren Signal auf drei Tonspuren verteilt wurden. Die Aufnahme wurde mit etwas Nachhall der damals noch aus einer Hallkammer stammte klanglich abgerundet. In etwa zu selben Zeit der Kind of Blue Aufnahme existierte bereits in den USA eine Firma namens EPSCO deren CEO Bernie Gordon ein 11Bit/22khz-ADDA-System entwickelt hatte…….! Digitaltechnik war auch der technische Hintergrund der Telarc Einspielungen von Stravinskys Firebird unter Robert Shaw sowie Aaron Coplands Appalachian Spring / Fanfare for the Common Man unter Louis Lane die als nächstes in den CD-Player wanderten. Berühmt geworden sind die Telarc-Digitalaufnahmen durch ihre sehr klares und sauberen Klangbild. Zum Erscheinen dieser Aufnahmen vor mehr als 30 Jahren überschlug man sich förmlich mit Lobpreisungen für die außerordentliche Aufnahme- und Klangqualität. Noch weitgehend untypisch für jene Zeit wurde bei Telarc bei der Produktion und Weiterverarbeitung des Tonmaterials durchgängig digital produziert. Zu jener Zeit gab es bereits in Österreich beim ORF und in Deutschland beim WDR und dem Bayrischen Rundfunk in München erste volldigitale Installationen mithilfe IRT modifizierter digitaler Neve-Konsolen aus England. Die mächtigen Signalaussteuerungswerte der Telarc-CDs im Tieftonbereich konnten zu jener Zeit so manchem Tieftöner seine konstruktiven Grenzen aufzeigen. Für beide Telarc Aufnahmen wurde ein von Soundstream modifizierter Honeywell Datenrecorder der das Audiosignal mit 16Bit/50 kHz aufgezeichnete verwendet. Für die Konvertierung auf die für die CD notwendigen 44,1 kHz wurde seinerzeit der Studer SFC 16 Samplerateconverter eingesetzt. Die Firma Stockham Audio präsentierte bereits 1978 das erste kommerzielle digitale Recording System mit Random-Access Editing. Ein früher Vorläufer heutiger DAW-Audioworkstations auf Rechnerbasis. Damals beruhten derartige Minicomputer vielfach auf der Hardwarebasis eines DEC PDP-11 und VAX7xx. Diese Systeme waren u.a. auch bei RCA Records in New York im Einsatz, um Aufnahmen die im Soundstreamformat gefertigt wurden auch digital editieren zu können. Ähnliche Systeme wurden zu dieser Zeit bei JVC und der Tokio Broadcasting Company verwendet. In 1977 sorgte die digitale Restoration alter Caruso-Aufnahmen bei der RCA mithilfe eines Minicomputers auf Basis des DEC PDP-11 und der von Soundstream Chefprogrammierer Robert Ingebretsen dafür programmierten Software für beachtliches Aufsehen. Nachdem Dr. Stockham mit seiner Technologie bereits 1973/74 die berühmten Watergates Tapes erfolgreich analysieren konnte, wurde dieser 1979 zum Billboard Trendsetter des Jahres für seine Verdienste am Soundstream Digitalmastering und Editing System gewählt. Durch die Aufnahmen in besagte Zeit für einen Moment zurückversetzt wurde mir schnell bewusst, wie sachlich und technisch fundiert in manchem Vergleich zu heute über das Thema Digital- versus Analogtechnik berichtet wurde und dabei eine klare Unterscheidung der Bedeutung der Begriffe „Reproduktion“ und „Fidelity“gezogen werden konnte….. Desweiteren wanderte Dizzy Gillespie´s „An Electrifying Evening“, Mahlers Symphonie Nr.5 unter Helmut Haenchen mit dem Netherlands Philharmonic Orchestra vom Pentatone Team aufgezeichnet als auch eine alte WDR Mono Einspielungen des Turandot aus dem Jahre 1956 mit dem Kölner Rundfunkchor und Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester unter der Leitung von Georg Solti in den CD-Player. Ich konnte im Laufe der Jahre schon so „einige“ Anlagenkonfiguration hören. Daraus folgt nicht selten eine gewisse Routine als auch Abgeklärtheit in Sachen Anlagen- und Klangbewertung. Wenn es denn passiert wie bei Andreas geschehen, dass der Autor beim Hören im positiven Sinne wirklich überrascht und merklich tief beeindruckt ist, handelt es sich auf jeden Fall um ein Klangerlebnis weitab vom alltäglich erlebbaren. Besonders betonen möchte ich an dieser Stelle nochmal die sehr gute Hochtonauflösung die besagte Installation dabei aufzeigte. Bevorzugt werden von mir allgemein Geräte und Konfigurationen die eigenklanglich nicht nennenswert in Erscheinung treten. Eine eigenklangliche Ausrichtungen einer Wiedergabeanlage birgt bekanntlich nicht selten die Gefahr das diese am Ende oft nicht auf jede Art von Musik- und Tonmaterial gleichermaßen passt. Dieses kann sich gelegentlich negativ je nach der Beschaffenheit des gerade gehörten Tonmaterials rächen. Von der Art des Tonmaterials sehr breit aufgestellt leg der Autor folglich besonders großen Wert auf ein neutrales agieren der entsprechenden Geräteschaften. Sollten tatsächlich klangveränderne Eingriffe vorgenommen werden, so gibt es eigens auch für diesen Zweck geeignete Geräte. Jegliche klangliche Eingriffe können damit kontrolliert dosiert und bewusst vorgenommen werden, so dass die Ergebnisse jederzeit auch wieder reproduzierbar sind bzw. auch wieder reversibel sind. High End Audio ohne Einschränkungen im besten Sinne. Letztere Begrifflichkeit ist für den Autor völlig unabhängig von der ursprünglichen Herkunft des verwendeten Equipments Maßgabe und Programm zugleich. Chrom, Edelstahl, Holz oder auch Acryl als äußere Design- und Gestaltungsmaßnahmen sind natürlich immer gern gesehen, treten aber in der persönlichen Bewertungsskala hinter der Eigenschaft der „ neutralen Klangverrichtung“ auf den zweiten Rang zurück. Grundsätzlich schließt die Verwendung eines „exorbitanten“ Gehäusedesigns niemals die neutrale Klangverrichtung aus.

Ausgewählte Aufnahmen:

Resümee

Die bei Andreas gehörte Anlagenkonfiguration ließ zu jeder Zeit und mit jedem gehörten Tonmaterial eine einwandfreie und klare Bewertung der entsprechenden Tonkonserve zu. Nichts wurde verfärbt, die Lokalisation der Schallereignisse als auch die Raumdarstellung in Höhe, Breite und Tiefe war einwandfrei. Die gehörte Konfiguration war nicht einfach „nur“ Musikanlage sondern erfüllte vollends die Anforderungen die auch an sehr guten Tonregieanlagen gestellt würden. Zu keinem Zeitpunkt wurde der Gedanke auf die jeweils verwendete Wiedergabetechnik gelenkt. Es spielte „nur“ die jeweilige Musik je nach der Beschaffenheit der verwendeten Tonkonserve –nicht mehr und auch nicht weniger. Die Gewährleistung von sauberer Musikreproduktion ohne einer vordergründigen Verblendung durch übersteigerte dogmatische Verehrungsformen oder gar rituell religiösen Huldigung eines speziellen Konzeptes vorzeitig zu erliegen. Die Technik trat vornehm in den Hintergrund und während des machtvollen und opulenten Einsatzes der Kesselpauken insbesondere bei den verwendeten Telarc-Einspielungen verwandelte sich der Hörraum wahrhaft zu einem Auditorium und ließ spürbar die stabile Betondecke erzittern. Das war wirklich großes Tonkino. Die Wiedergabe insbesondere des Tieftonbereiches gelang ohne wahrnehmbare Kompressionserscheinungen. Nach einem solchen Erlebnis bekommt man förmlich eine veränderte Sicht auf besagte Telarc- Einspielungen die offenbar für wirklich große und ausgewachsene Fullrange-Wiedergabesysteme in großen Räumen jenseits des Puppenstubenstatus erstellt wurden. Amerika im besten als auch wohl typischen Sinne, alles mindestens immer eine Nummern größer….. Bei besagter Rezeption der Telarc-Aufnahmen stellte sich ein durchaus vergleichbares Gefühl als wenn man das erste Mal vom New Yorker John F. Kennedy International Airport in die Stadt fährt und die Ausmaße der riesigen Wolkenkratzer und Strassenschluchten beginnen auf einen zu wirken ein…. Spätestens danach wird klar, dass eine einigermaßen realistisch wirkende „illusorische“ Darstellung bzw. Nachbildung aus der Konserve nur auf einer wirklich großen „Bühne“ mit entsprechender Höhen- und Breitenausdehnung gelingen kann. Gleiches gilt für eine sinnvolle und ganzheitliche Rezeption genannter Telarc-Aufnahmen. Hierbei wurden wieder einmal besonders deutlich, wie wichtig für eine realistisch großorchestrale Abbildung die Größe und das Volumen des Hörraumes und eine damit sinnvoll korrelierende Lautsprechergröße und akustischer Leistungsabgabe ist! Einen Versuch oder die Hoffnung einer zu tiefst beeindruckenden realistischen Darstellung solcher Musikprogramme in typisch nach europäischen Raummaßen gestalteten „Puppenstuben“ verwirklichen zu können wird dabei wohl immer nur ein bescheidener Versuch bleiben. Auch ein Ausweichen auf Wiedergabe über sehr teure Kopfhörer wird ein derartiges Erlebnis noch weniger ersetzen können. Es ist zwar ohne weiteres möglich in akustisch geeigneten kleineren Räumen mit sehr guten Studiomonitoren das gehörte kognitiv richtig zu interpretieren, einzuschätzen und auch zu bearbeiten -ähnlich wie man ein 4m2 großes Wandgemälde auf einem hochqualitativ hochwertigen Foto deutlich kleineren Ausmaßes sicher beurteilen und betrachten kann, aber die gesamte Machtwirkung des Bildes kann erst in voller Größendarstellung dargestellt auf den Betrachter bruchfrei übertragen werden. In der professionellen Szene hat man das schon sehr lange erkannt und hat aus gutem Grund in großen Tonstudiokomplexen Tonregien mit Flächen zwischen 70-80m2 bei Raumhöhen um die 4,20 Meter eingerichtet. Das betreiben eines solch großen Aufwandes ermöglicht es die Gesamtwirkung einer großorchestralen High End Klassikproduktion unter minimaler Abforderung/Anstrengung über geleistete Abstraktionsleistung „Dritten“ weitgehend bruchfrei vorführ- als auch erfahrbar machen zu können. Grundsätzlich kann es bei der Wiedergabe über Tonkonserve mithilfe einer „exorbitanten“ Wiedergabeanlage niemals darum gehen die komplette Wirkung eines Livekonzertes vollends damit zu substituieren, sondern es gilt das komplette klangliche als auch dynamische Potential einer entsprechenden Tonaufnahme möglichst bruchfrei, unkomprimiert als auch unmittelbar überhaupt erfahrbar machen zu können.

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